Schufa-Auskunft erhalten: So kommen Sie an Ihre Daten

Sie möchten Ihre Schufa-Auskunft erhalten? Hier erfahren Sie, wie Sie einfach, schnell und kostenlos an Ihre persönlichen Bonitätsdaten gelangen können.

Schufa-Auskunft erhalten: So kommen Sie an Ihre Daten

Viele Verbraucher fragen sich, wie sie an ihre Schufa-Daten gelangen, bevor eine Wohnungsbewerbung, ein Kreditantrag oder ein Handyvertrag ansteht. Die gute Nachricht: Sie haben laut Artikel 15 DSGVO ein Recht auf eine kostenlose Auskunft.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Varianten es 2026 gibt und wie Sie dabei vorgehen.

Schnelllösung: So erhalten Sie Ihre Schufa-Auskunft sofort

Wenn Sie schnell handeln möchten, gehen Sie folgendermaßen vor: Rufen Sie die Seite meineschufa.de/de/datenkopie auf und wählen Sie dort den Punkt „Datenkopie nach Art. 15 DSGVO“ aus. Anschließend registrieren Sie sich mit Ihren persönlichen Daten und bestätigen Ihre Identität, zum Beispiel per Online-Ausweisfunktion oder per PIN-Brief-Verfahren.

Danach senden Sie den Antrag ab. In der Regel bearbeitet die SCHUFA Holding AG die Anfrage innerhalb weniger Tage, spätestens jedoch innerhalb eines Monats gemäß Artikel 12 Absatz 3 DSGVO.

Zusätzlich können Sie seit März 2026 einen kostenlosen SCHUFA-Account anlegen. Darin sehen Sie Ihren aktuellen Bonitätsscore auf der neuen Skala von 100 bis 999 sowie alle zwölf Bewertungskriterien jederzeit online ein. Wer hingegen einen offiziellen Nachweis für Vermieter benötigt, sollte stattdessen den kostenpflichtigen SCHUFA-BonitätsCheck beantragen.

Diese Schnelllösung deckt die wichtigsten Fälle bereits ab. Im weiteren Verlauf erklären wir jedoch die Details, Unterschiede und empfohlenen Vorgehensweisen ausführlicher.

Was ist eine Schufa-Auskunft eigentlich?

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz Schufa, sammelt Daten über das Zahlungsverhalten von Verbrauchern in Deutschland. Banken, Mobilfunkanbieter und zunehmend auch Vermieter nutzen diese Informationen, um die Kreditwürdigkeit einer Person einzuschätzen.

Eine Schufa-Auskunft ist somit ein Dokument, das zeigt, welche Daten über Sie gespeichert sind. Zudem gibt sie Aufschluss darüber, wie Ihr Bonitätsscore zustande kommt und wer in den vergangenen zwölf Monaten Ihre Daten angefragt hat.

Ohne eine solche Auskunft wissen Sie nicht, ob veraltete oder sogar falsche Einträge Ihre Kreditwürdigkeit beeinträchtigen. Deshalb empfiehlt es sich, mindestens einmal im Jahr einen Blick in die eigenen Daten zu werfen.

Welche Arten der Schufa-Auskunft gibt es?

Bevor Sie einen Antrag stellen, sollten Sie wissen, dass es mehrere Varianten gibt. Diese unterscheiden sich sowohl im Preis als auch im Verwendungszweck erheblich.

Die kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO

Diese Variante ist gesetzlich verankert und darf einmal pro Jahr kostenlos beantragt werden. Sie enthält sämtliche gespeicherten Vertragsdaten, übermittelte Wahrscheinlichkeitswerte sowie Informationen darüber, an wen Ihre Daten weitergegeben wurden.

Allerdings ist diese Datenkopie ausdrücklich für den persönlichen Gebrauch gedacht. Vermieter oder Arbeitgeber dürfen sie nicht als Nachweis verlangen, da sie zu viele sensible persönliche Informationen enthält.

Der neue Schufa-Account seit März 2026

Seit Ende März 2026 bietet die Schufa zusätzlich einen kostenlosen digitalen SCHUFA-Account an. Über diesen Zugang sehen Sie Ihren aktuellen Score dauerhaft und in Echtzeit ein, statt nur einmal jährlich eine Momentaufnahme zu erhalten.

Der neue Score basiert auf zwölf klar benannten Kriterien und wird auf einer Skala von 100 bis 999 dargestellt. Ebenso erhalten Sie im Account konkrete Hinweise, wie Sie Ihre Bonität gegebenenfalls verbessern können.

Für die Registrierung benötigen Sie entweder die Online-Ausweisfunktion Ihres Personalausweises oder das PIN-Brief-Verfahren, bei dem Ihnen ein Freischaltcode postalisch zugestellt wird. Diese Identitätsprüfung ist notwendig, damit niemand unbefugt auf Ihre Daten zugreifen kann.

Die kostenpflichtige Schufa-BonitätsAuskunft

Wer die Auskunft an Dritte weitergeben möchte, etwa an einen Vermieter, benötigt stattdessen die kostenpflichtige Schufa-BonitätsAuskunft, auch BonitätsCheck genannt. Diese kostet derzeit etwa 29,95 Euro und kann beliebig oft beantragt werden.

Im Gegensatz zur Datenkopie enthält der BonitätsCheck keine sensiblen Detailinformationen, sondern lediglich den offiziellen Score. Dadurch eignet er sich als fälschungssicherer Nachweis für Vermieter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner.

Für Mieter gibt es zudem seit 2024 eine kostenlose Alternative über den Partner bonify, die ebenfalls digital an Vermieter weitergegeben werden kann. Diese Variante lohnt sich besonders, wenn Sie kurzfristig eine Wohnung suchen und Kosten sparen möchten.

So beantragen Sie die kostenlose Schufa-Datenkopie online

Der einfachste Weg führt über die offizielle Webseite meineschufa.de. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

Rufen Sie zunächst die Unterseite meineschufa.de/de/datenkopie auf. Dort finden Sie ein Formular, in dem Sie Ihre persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum und Anschrift eintragen.

Anschließend müssen Sie Ihre Identität bestätigen. Dies dient dem Schutz Ihrer Daten, denn schließlich soll niemand unbefugt Einsicht in Ihre finanziellen Verhältnisse erhalten.

Nach erfolgreicher Verifizierung senden Sie den Antrag digital ab. Die Schufa bearbeitet Ihre Anfrage daraufhin innerhalb der gesetzlichen Frist und stellt Ihnen die Datenkopie zur Verfügung.

Wenn Sie zusätzlich den neuen SCHUFA-Account nutzen möchten, können Sie sich direkt im Anschluss dafür registrieren. So behalten Sie Ihre Bonität dauerhaft im Blick, statt jährlich neu einen Antrag stellen zu müssen.

So beantragen Sie die Schufa-Auskunft per Post oder E-Mail

Falls Sie den digitalen Weg nicht bevorzugen, können Sie die Datenkopie ebenso schriftlich beantragen. Senden Sie dazu einen formlosen Antrag mit Ihrem vollständigen Namen, Ihrer Anschrift und Ihrem Geburtsdatum an folgende Adresse: SCHUFA Holding AG, Postfach 102566, 44725 Bochum.

Alternativ ist die Beantragung per E-Mail an meineschufa@schufa.de möglich. Legen Sie in beiden Fällen eine Kopie Ihres Personalausweises bei, damit die Schufa Ihre Identität zweifelsfrei prüfen kann.

Beachten Sie jedoch, dass der postalische Weg deutlich länger dauert als die Online-Beantragung. Da die Auskunft per Post versendet wird, kann es bis zu zwei Wochen dauern, bis Sie das Dokument tatsächlich in den Händen halten.

Wie lange dauert die Bearbeitung?

Gesetzlich ist die Schufa verpflichtet, Ihre Anfrage ohne unangemessene Verzögerung zu beantworten. Laut Artikel 12 Absatz 3 DSGVO muss dies spätestens innerhalb eines Monats geschehen.

In der Praxis erhalten die meisten Antragsteller ihre Datenkopie jedoch deutlich schneller. Wer den Antrag online stellt, bekommt die Auskunft häufig innerhalb weniger Tage zugestellt.

Zusätzlich verkürzt der neue SCHUFA-Account künftige Wartezeiten erheblich. Da Sie Ihren Score dort jederzeit einsehen können, entfällt für viele Nutzer die jährliche Warterei komplett.

Was steht in der Schufa-Auskunft?

Die Datenkopie enthält mehrere wichtige Informationsblöcke, die Sie genau prüfen sollten. Dazu zählen zunächst Ihre gespeicherten Vertragsdaten, etwa zu Girokonten, Kreditkarten oder Mobilfunkverträgen.

Außerdem finden Sie darin sogenannte Wahrscheinlichkeitswerte, die Auskunft über Ihr geschätztes Zahlungsverhalten geben. Diese Werte fließen unter anderem in Kreditentscheidungen von Banken ein.

Ebenso wichtig ist die Übersicht der Datenübermittlungen der letzten zwölf Monate. Hier sehen Sie, welche Unternehmen eine Anfrage zu Ihrer Bonität gestellt haben und aus welchem Anlass dies geschah.

Seit der Reform im März 2026 kommt zudem eine transparente Aufschlüsselung der zwölf Score-Kriterien hinzu. Dadurch verstehen Sie erstmals nachvollziehbar, welche Faktoren Ihren Score positiv oder negativ beeinflussen.

Empfohlene Vorgehensweisen beim Prüfen Ihrer Daten

Sobald Sie Ihre Auskunft erhalten haben, sollten Sie systematisch vorgehen. Zunächst empfiehlt es sich, alle aufgeführten Vertragskonten mit Ihren eigenen Unterlagen abzugleichen.

Prüfen Sie insbesondere, ob bereits gekündigte Verträge noch als aktiv geführt werden. Ebenso sollten Sie kontrollieren, ob Kredite, die Sie längst zurückgezahlt haben, korrekt als erledigt vermerkt sind.

Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf die Wahrscheinlichkeitswerte. Wirken diese unerwartet niedrig, könnte dies auf einen fehlerhaften oder veralteten Eintrag hindeuten.

Achten Sie außerdem auf das Datum der letzten Aktualisierung bei jedem Eintrag. Denn veraltete Daten, die eigentlich hätten gelöscht werden müssen, kommen in der Praxis häufiger vor, als viele Verbraucher annehmen.

Nutzen Sie zudem den neuen SCHUFA-Account, um Veränderungen Ihres Scores über die Zeit zu beobachten. So erkennen Sie frühzeitig, ob sich einzelne Kriterien verschlechtern und können entsprechend gegensteuern.

Fehlerhafte Schufa-Einträge korrigieren lassen

Sollten Sie beim Prüfen einen fehlerhaften Eintrag entdecken, müssen Sie nicht tatenlos bleiben. Wenden Sie sich in diesem Fall direkt an die Schufa und fordern Sie eine Berichtigung nach Artikel 16 DSGVO.

Reichen Sie dafür idealerweise Nachweise ein, die Ihre Angaben belegen, etwa eine Kündigungsbestätigung oder einen Kontoauszug. Dadurch beschleunigen Sie den Prüfprozess erheblich.

Zusätzlich sollten Sie sich an das ursprüngliche Unternehmen wenden, das die fehlerhafte Meldung übermittelt hat. Häufig liegt der Fehler nämlich nicht bei der Schufa selbst, sondern bei der meldenden Bank oder dem Vertragspartner.

Die Schufa ist verpflichtet, offensichtlich falsche oder veraltete Daten zu löschen beziehungsweise zu korrigieren. In der Regel dauert dieser Prozess einige Wochen, weshalb frühzeitiges Handeln vor wichtigen Terminen wie einer Wohnungsbewerbung ratsam ist.

Schufa-Auskunft für Vermieter: Worauf Sie achten sollten

Bei der Wohnungssuche verlangen viele Vermieter einen Bonitätsnachweis. Wichtig zu wissen ist jedoch: Vermieter dürfen nicht verlangen, dass Sie ihnen die kostenlose Datenkopie aushändigen, da diese zu viele private Informationen enthält.

Stattdessen sollten Sie in diesem Fall die kostenpflichtige Schufa-BonitätsAuskunft nutzen. Diese zeigt lediglich den Score sowie grundlegende Identitätsdaten, ohne sensible Vertragsdetails offenzulegen.

Alternativ bietet sich der kostenlose SCHUFA-BonitätsCheck über bonify an, sofern Sie Kosten sparen möchten. Dieser digitale Nachweis wird zunehmend von Vermietern akzeptiert und lässt sich unkompliziert per Link teilen.

Bereiten Sie diesen Nachweis idealerweise vor Beginn der Wohnungssuche vor. So vermeiden Sie Zeitdruck und können sich bei einem Besichtigungstermin sofort als vertrauenswürdiger Mieter präsentieren.

Vorsicht vor Drittanbietern und Gebührenfallen

Im Internet werben zahlreiche Drittanbieter damit, die Schufa-Auskunft gegen eine Gebühr für Sie zu beantragen. Diese Angebote sind jedoch überflüssig, da Sie die kostenlose Datenkopie problemlos selbst und ohne Zwischenhändler anfordern können.

Achten Sie deshalb darauf, Ihren Antrag ausschließlich über die offizielle Seite meineschufa.de oder die direkten Kontaktwege der SCHUFA Holding AG zu stellen. Zusätzlich sollten Sie misstrauisch werden, wenn eine Webseite persönliche Daten wie Ihre Kontoverbindung noch vor der eigentlichen Antragstellung abfragt.

Ebenso ist Vorsicht geboten bei E-Mails, die vorgeben, von der Schufa zu stammen und zu einer sofortigen Zahlung auffordern. Solche Nachrichten sind häufig Phishing-Versuche, die auf Ihre persönlichen Daten abzielen.

Im Zweifel sollten Sie direkt die offizielle Webseite aufrufen, anstatt Links aus verdächtigen E-Mails anzuklicken. So schützen Sie sich zuverlässig vor unnötigen Kosten und Datenmissbrauch.