Dispozinsen: Ab wann fallen Kosten für den Dispokredit an?

Ab wann zahlen Sie Zinsen für Ihren Dispositionskredit? Wie hoch sind die Kosten und wie vermeiden Sie unnötige Gebühren? Hier finden Sie Antworten und Tipps.

Ab wann zahle ich Zinsen für Dispositionskredit FAQ & Tipps

Der Dispositionskredit, kurz Dispokredit genannt, ist für viele Verbraucher ein fester Bestandteil im Alltag. Er sorgt für finanzielle Flexibilität und bietet die Möglichkeit, kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken – sei es für eine unerwartete Rechnung oder eine notwendige Anschaffung. Doch diese Flexibilität hat ihren Preis: Mit der Inanspruchnahme eines Dispokredits fallen Dispozinsen an, die zu den teuersten Kreditkosten auf dem Markt gehören.

Dieser ausführliche Artikel gibt einen umfassenden Überblick über das Thema Dispozinsen, erläutert, ab wann und wie sie anfallen, und gibt praxisnahe Tipps für den Umgang mit dem Dispokredit.


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Was versteht man unter Dispozinsen?

Dispozinsen sind die Zinsen, die Banken für die Inanspruchnahme eines eingeräumten Dispositionskredits auf dem Girokonto verlangen. Erlaubt die Bank dem Kunden, sein Konto bis zu einem bestimmten Rahmen zu überziehen – also ins Minus zu gehen –, so handelt es sich um einen Dispokredit.

Sobald der Kontostand unter 0€ sinkt und innerhalb des von der Bank eingeräumten Disporahmens bleibt, werden für den überzogenen Betrag Dispozinsen fällig. Sie gelten nur für den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag und werden taggenau berechnet. Außer den Zinsen fallen für die Inanspruchnahme in der Regel keine weiteren Gebühren an.

Ab wann fallen Dispozinsen an?

Dispozinsen fallen ab dem ersten Tag an, an dem das Girokonto das Guthaben unterschreitet und ins Minus rutscht – vorausgesetzt, es handelt sich um eine vom Kreditinstitut eingeräumte Überziehung (Dispositionskredit). Das heißt:

  • Sobald das Kontoguthaben auf unter 0€ fällt und der Disporahmen damit benutzt wird, berechnet die Bank Dispozinsen.
  • Sie werden für jeden Tag genau berechnet, an dem das Konto im Minus ist.
  • Die Zinsen gelten ausschließlich für den Betrag, der tatsächlich überzogen wurde – nicht etwa für den gesamten Disporahmen.
  • Die Kosten laufen weiter, bis das Girokonto wieder mindestens ausgeglichen ist.

Beispiel:
Du hast einen Disporahmen von 1.000€, dein Kontostand sinkt auf -500€. Ab dem Tag dieses Saldos werden auf die 500€ Dispozinsen berechnet. Gleicht ein Gehaltseingang das Konto aus, enden auch die Zinskosten.

Wie werden Dispozinsen berechnet?

Die Berechnung der Dispozinsen ist standardisiert und bei allen Banken ähnlich. Sie erfolgt taggenau und orientiert sich an der Höhe des überzogenen Betrags, dem aktuellen Dispozinssatz und der Dauer der Überziehung.

Formel:

$$
\text{Dispozinsen (EURO)} = \frac{\text{Überziehungsbetrag} \times \text{Dispozinssatz} \times \text{Tage der Nutzung}}{100 \times 360}
$$

  • Der Dispozinssatz wird in Prozent pro Jahr angegeben.
  • Viele Banken kalkulieren aufgrund bankinterner Praxis mit einem Jahr = 360 Tagen.
  • Die Abrechnung erfolgt meist monatlich oder quartalsweise.

Rechenbeispiel

Überziehungsbetrag: 1.000 EURO
Dispozinssatz: 10,5% p. a.
Überziehungsdauer: 20 Tage

$$
1.000 \times 10,5 \times 20 / (100 \times 360) = 5,83\, EURO
$$

Wichtiger Hinweis: Da sich der Kontostand oft täglich ändert, werden die Dispozinsen anteilig für jeden Tag und für jeden tatsächlich genutzten Überziehungsbetrag berechnet.

Geduldete Überziehung und Überziehungszinsen

Neben dem eingeräumten Dispokredit kann es auch vorkommen, dass das Konto über den Disporahmen hinaus überzogen wird (geduldete Überziehung). In diesem Fall gilt meist ein noch höherer Zinssatz – der sogenannte Überziehungszins. Auch hier beginnt die Zinsberechnung taggenau mit der ersten Überschreitung des eingeräumten Disporahmens.

Höhe der Dispozinsen: Stand 2025

Die Höhe der Dispozinsen variiert je nach Bank und Kontomodell sehr deutlich. Die Spanne reicht von etwa 7% bis zu teilweise über 15% pro Jahr:

  • Durchschnittlicher Dispozinssatz: Rund 11,2% (Stand 2023/2024), manche Banken verlangen aktuell sogar noch mehr.
  • Spannbreite: 4,2% (günstigste Online-Banken) bis rund 17% (teuere Filialbanken).
  • Überziehungszinsen: Für das Überziehen über den Disporahmen hinaus werden häufig noch höhere Zinssätze verlangt, oft 3 bis 6 Prozentpunkte mehr als für den eingeräumten Dispo.

Die aktuellen Zinssätze müssen Banken transparent auf ihren Webseiten veröffentlichen, einen gesetzlichen Höchstzins gibt es aktuell jedoch nicht.

Abrechnung und Modalitäten

  • Einrichtung: Die Eröffnung eines Dispokredits ist kostenlos, es fallen keine Bearbeitungsgebühren an.
  • Abrechnung: Die entstandenen Zinsen werden meist monatlich oder quartalsweise dem Girokonto belastet.
  • Tilgung: Es gibt keine festen Rückzahlungsraten oder Tilgungspläne. Mit jedem Geldeingang – beispielsweise Gehalt – wird das Konto und damit auch der Dispo automatisch wieder ausgeglichen.

Dispokredit: Vorteile und Risiken

Vorteile

  • Schnelle Verfügbarkeit: Der Dispo steht jederzeit bereit, wenn das Girokonto einen Überziehungsrahmen hat.
  • Keine Zweckbindung: Das Geld kann beliebig verwendet werden.
  • Flexible Rückzahlung: Es gibt keine fixen Tilgungspläne, jede Einzahlung reduziert die Disposchuld.

Risiken

  • Hohe Kosten: Dispozinsen sind erheblich teuer. Bei längerer Nutzung summieren sich die Zinsbeträge schnell.
  • „Kreditfalle“ Gefahr: Wer sein Konto dauerhaft im Minus hält, läuft Gefahr, in eine Schuldenspirale zu geraten.
  • Geduldete Überziehung: Bei Überschreitung des eingeräumten Limits steigen die Zinsen weiter an, das Risiko eines negativen Schufa-Eintrags wächst.

Gesetzliche Regelungen und Verbraucherschutz

Der Gesetzgeber verpflichtet Banken zu Transparenz bei den Dispozinsen. Jede Bank muss die geltenden Zinssätze klar auf der Website ausweisen. Einen gesetzlich vorgeschriebenen Höchstzins gibt es derzeit nicht, doch Verbraucherschützer diskutieren immer wieder über einen möglichen Zinsdeckel.

Grundsätzlich gelten beim Dispokredit die individuellen Vereinbarungen zwischen Bank und Kontoinhaber.

Alternativen zum Dispokredit

Angesichts der hohen Dispozinsen sind Alternativen häufig lohnenswert:

  • Ratenkredit: Für längerfristigen Liquiditätsbedarf bietet ein klassischer Ratenkredit deutlich günstigere Konditionen.
  • Rahmenkredit: Manchmal bieten Banken spezielle Rahmenkredite mit niedrigeren Zinssätzen als beim Dispo.
  • Kontoausgleich: Wer absehen kann, das Minus schnell ausgleichen zu können, kann mit einem Einmalbetrag oder durch Gehaltseingänge die Zinslast minimieren.

Tipps für den Umgang mit dem Dispokredit

  • Dispo nur kurzfristig nutzen: Ideal ist der Dispo als kurzfristige Überbrückungslösung – nicht als Dauerkredit.
  • Konditionen vergleichen: Prüfe regelmäßig die Zinssätze deiner Bank.
  • Automatisch ausgleichen: Sorge dafür, dass das Konto durch regelmäßige Einzahlungen stabil bleibt.
  • Frühzeitig Alternativen überlegen: Bei dauerhaftem Minus lohnt meist der Wechsel zu einem günstigeren Kredit.

FAQ: Die wichtigsten Fragen zu Dispozinsen

Wann fallen beim Dispokredit Kosten an?

Mit dem ersten Tag und Cent, an dem das Konto unter 0€ sinkt und der Dispokredit genutzt wird, fallen Zinsen an.

Wie hoch sind die durchschnittlichen Dispozinsen?

Aktuell bewegen sie sich meist im oberen einstelligen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich (zwischen 10% und 15% p. a.), oft sogar darüber.

Wie oft werden Dispozinsen abgerechnet?

Meist einmal pro Quartal, seltener monatlich – abhängig von der Bank.

Gibt es einen maximalen Dispozinssatz?

Nein, die Höhe wird von jeder Bank frei festgelegt und muss veröffentlicht werden.

Was passiert, wenn ich den Disporahmen überschreite?

Dann fallen noch höhere Überziehungszinsen an. Wird das Konto längere Zeit überzogen, droht im Extremfall die Kündigung des Dispos oder gar das Konto selbst.

Fazit

Der Dispokredit bietet schnelle und unkomplizierte Hilfe bei kurzfristigen finanziellen Engpässen, ist jedoch mit teilweise erheblichen Zinskosten verbunden. Dispozinsen fallen ab dem ersten Tag und für jeden genutzten Euro an, sobald das Konto ins Minus rutscht. Da sich die Höhe der Dispozinsen von Bank zu Bank teils deutlich unterscheidet und dauerhaft genutzte Dispokredite extrem teuer sind, empfiehlt sich eine umsichtige Nutzung des Dispos – als kurzfristiges Instrument, niemals als Dauerlösung.

Wer häufiger im Minus steht oder sich mit der Rückzahlung schwertut, sollte einen Girokontovergleich vornehmen oder den Wechsel zu einer günstigeren Kreditform ins Auge fassen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Dispo schützt vor hohen Kosten und finanziellen Schwierigkeiten.


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